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Auch in diesem Jahr ist die Girls' Day Akademie mit fünf Gruppen interessierter Mädchen ab Klasse 8 bei uns zu Gast.
Gemeinsam mit Lars Zimmermann von IKEGO haben wir einen Workshop entwickelt, der Kreativität und MINT-Prinzipien vereint und dabei kollaborative und partizipative Denkweisen integriert: Die Mädchen sind nämlich nicht nur Teilnehmerinnen, sondern aktive Co-Gestalterinnen des Tetri-Wall-Organizers.
Aber was machen wir nun genau?
Der Tetri-Wall-Organizer ist ein modulares, zirkuläres System. Grundlage ist das Tetri-Board, ein 3×3-Lochraster, das sich sowohl als Wall Organizer als auch als Bauteil für ganz verschiedene andere Produkte nutzen lässt. Auf dem Board lassen sich unterschiedlichste Bauteile befestigen: So wird aus einem Becher ein Lampenschirm, ein Stiftehalter oder eine Ablagefläche. Mit einem Gummiband oder einem Stück Seil entstehen zum Beispiel neue Verbindungen und alle Teile können so angepasst werden, wie sie gerade gebraucht werden.
Wie bei LEGO werden die Teile nicht weggeworfen, sondern weitergedacht, angepasst und neu kombiniert. Das ist das Prinzip von IKEGO, eine Kombination aus IKEA und LEGO: Aus einfachen Bauteilen entstehen genau die Dinge, die wir gerade brauchen.
Im Workshop bekommen die Mädchen eine Auswahl an Bauteilen zum Gestalten. Viele davon sind 3D-gedruckt, das Board selbst kommt aus dem Laser-Cutter. Alle Dateien sind, wie alle Produkte von IKEGO, als Open Source verfügbar und können frei angepasst und selbst hergestellt werden.
Doch der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Gemeinsam haben wir überlegt: Was haben wir noch zu Hause, das sich fürs Board nutzen lässt? Wäscheklammern, Einweckgläser, Stoffreste? Vielleicht findet sich ja auch noch etwas im alten Stabil-Baukasten?
Drei Workshops sind bereits gelaufen und es hat riesig Spaß gemacht! Den Mädchen fiel es unterschiedlich leicht, sich auf die Aufgabe einzulassen. Denn anders als im letzten Jahr, wo es einen Bausatz und eine Anleitung gab und „nur" etwas zusammengebaut wurde, gab es dieses Jahr weder Anleitung noch ein festes Ziel, außer: kreativ werden.
Und auch wenn es der ein oder anderen anfangs schwer fiel: Wir hatten genug Zeit, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Links und rechts schauen, was die anderen machen. Sich austauschen und über lustige Kreationen lachen.
„Das ist cool, das probier' ich auch mal!" „Versuchs doch mal so!" „Hey, ich hab da noch ne bessere Idee!" „Warte, ich halte hier – und du machst das so!" „Hey, das ist ja schon Kunst!" „Ach, dafür ist das Teil gedacht!"
Die entstandenen Ideen werden bald alle auf der IKEGO-Webseite als Inspiration für alle veröffentlicht, die den Tetri-Wall-Organizer selbst ausprobieren möchten.
Wie geht es für OSHOP weiter? Wir planen aufbauende Workshops: Nicht nur die vorgegebenen Teile nutzen, sondern selbst entwickeln, anpassen und herstellen. Materialien hinterfragen, Nachhaltigkeitsaspekte mitdenken. Von der Werkbank in den Alltag und von der Schule in den Berufsalltag: Wir wollen Open Source Hardware als Denk- und Arbeitsweise in Unternehmen etablieren.
Girls' Day Akademie zu Besuch bei OSHOP
Machen. Ausprobieren. Nochmal von vorn!






Open Source Hardware ist ein bisschen wie eine gute Beziehung.
Transparenz hilft. Kommunikation auch. Und man teilt Dinge.
Klingt gut, ist aber in der Praxis alles andere als trivial.
Denn vielen fällt der Einstieg in Open Source Hardware (OSH) schwer.
Typische Fragen sind:
• Welche Lizenzen nutze ich?
• Wie viel Dokumentation ist notwendig?
• Was passiert mit meinem Wettbewerbsvorteil, wenn ich Wissen teile?
• Wie lassen sich Geschäftsmodelle mit offenen Ansätzen verbinden?
• Wie bindet man Communities sinnvoll ein?
Und genau hier wird es herausfordernd:
Offenheit bedeutet nicht automatisch Einfachheit – sondern oft auch mehr Abstimmungsaufwand, neue Denkweisen und Unsicherheit.
Vielleicht liegt eine Einstiegshürde auch im Begriff selbst.
„Open Source Hardware“ klingt kompliziert und sehr nach Softwareentwicklung. Dabei ist die Idee eigentlich einfach: Hardware mit offenen Bauplänen, die gemeinsam weiterentwickelt werden kann.
Die Frage ist also weniger was Open Hardware ist – sondern wie man sinnvoll damit arbeitet.
Genau hier setzt ein neues Transferformat aus dem OSHOP-Netzwerk an:
„How To: Open Source Hardware“ – eine Workshopreihe für Unternehmen
Die Workshopreihe unterstützt Teams dabei, OSH zu verstehen und auf den eigenen Kontext zu übertragen. Gemeinsam wird ein konkreter Anwendungsfall entwickelt und entlang des Produktlebenszyklus durchdacht. Ein zentrales Element ist ein Planspiel.
Das Open Source Hardware Planspiel
Teilnehmende arbeiten mit Fragekarten und Perspektivwechseln an ihrem Use Case und erkunden:
- Open Hardware entlang des Produktlebenszyklus
- Co-Creation mit Communities
- Nutzung globalen Innovationswissens
- neue Wertdimensionen durch offene Ansätze
Der spielerische Rahmen hilft, komplexe Fragen gemeinsam zu diskutieren und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen, von technischen Aspekten bis hin zu Geschäftsmodellen.
Offenheit kann ein Wettbewerbsvorteil sein – muss es aber nicht automatisch.
Richtig eingesetzt ermöglicht sie z. B.:
• schnelle Entwicklung von Demonstratoren und Prototypen
• frühes Feedback durch Nutzer
• gemeinsame Weiterentwicklung von Produkten
Erste Tests mit Startups wie allpacka zeigen:
Der spielerische Zugang baut Hemmschwellen ab und stößt Diskussionen an – gerade bei einem Thema, das viele zunächst kritisch sehen.
Die Spielkomponenten sollen künftig über 3D-Druck hergestellt werden, sodass das Planspiel dezentral reproduziert und weiterverbreitet werden kann - natürlich ganz im Sinne von Offenheit.
Denn manchmal braucht ein komplexes Thema einen anderen Zugang.
Oder anders gesagt: Hardware wird zu Heartware.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet hier die Veröffentlichung des Planspiels auf Zenoodo.
How to: Open Source Hardware

Letzte Woche waren zwei 8. Klassen des Gymnasiums Dresden Klotzsche zu einem Open Source Hardware Workshop zu Besuch. Im Mittelpunkt: die KlikKlak-Taschenlampe – ein OSH-Projekt der Kunsthochschule Halle aus 3D-gedruckten Bauteilen. 🖨️
Die erste Aufgabe war es, sich die Teile mithilfe der Anleitung aus einer Box herauszusuchen und selbständig zusammenzubauen. Die Teile wollten nicht immer so, wie die Schülerinnen und Schüler es wollten. Filament musste von Drucküberschüssen befreit werden, Batteriepole wollten richtig gesetzt werden und manche Teile mussten mehrfach gebeten werden sich richtig zu fügen. Die Frustrationstoleranz wurde durchaus auf die Probe gestellt.
Am Ende waren alle erfolgreich und alle Taschenlampen leuchteten. 💡
Doch darum ging es uns nicht allein.
Anhand dieses Produktes haben wir anschließend den gesamten Produktlebenszyklus betrachtet.
♻️ Was bedeutet Nachhaltigkeit – und erfüllt dieses Produkt die Anforderungen?
🔧 Wie repariert man etwas, das man wirklich versteht?
🗑️ Was passiert mit dem Produkt, wenn es nicht mehr gebraucht wird?
🖨️ Welche Rolle spielt 3D-Druck, welche Chancen und Grenzen gibt es?
🌱 Wie kann das Produkt sinnvoll weiterentwickelt werden?
🔓 Und: Warum macht Open Source den Unterschied?
Fazit aus unserem Workshop: Ein Produkt, das Open Source ist, lässt sich nicht nur leichter reparieren und recyclen, sondern auch einfacher an neue Anforderungen und Materialien anpassen.
Open Source Hardware ist kein technisches Detail – es ist ein nachhaltiges Prinzip, das andere befähigt, eigenständig aktiv zu werden. 🌱
🙌 Der Austausch mit den Jugendlichen zu diesen Themen hat gezeigt: Das Interesse und das Verständnis für nachhaltige Produktgestaltung sind da – man muss sie nur ansprechen.
Workshop Rückblick: Open Source Hardware, Nachhaltigkeit und eine Taschenlampe





Die Open Source Hardware Konferenz geht in die dritte Runde: Am 23. und 24. September 2026 heißt
Halle (Saale) die Community rund um offene Hardware unter dem Motto „Open your heart to
Open Hardware“ willkommen. Nach den erfolgreichen Ausgaben in Dresden und Chemnitz bringt die Konferenz
erneut Forschende, Unternehmen, Maker, offene Werkstätten und weitere Interessierte zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Best Practices und Zukunftsperspektiven zu Open Source Hardware zu diskutieren.
Ab sofort ist der Call for Participation geöffnet: Eingereicht werden können Beiträge für wissenschaftliche Paper, Erfahrungsberichte aus der Praxis, Workshops, Diskussionsrunden sowie Show-and-Tell-Formate mit Demonstratoren. Angesprochen sind Personen und Teams, die ihre Projekte, Forschungsergebnisse oder Transferideen im Bereich Open Source Hardware teilen und gemeinsam weiterdenken möchten. Weitere Informationen zu Themenfeldern, Fristen und Einreichungsmodalitäten finden sich auf der Konferenzwebseite des OSHOP‑Netzwerks.
OSHOP-Konferenz 2026: Dritte Runde in Halle (Saale) – Call for Participation geöffnet!

OSHOP beim Transferpreis 2026 der HTW Dresden
Beim diesjährigen Transferpreis der HTW Dresden hat unser Team den Transfer-Workshop
„How to Open Source Hardware“ vorgestellt. Dabei waren wir unter den sieben Finalisten-Teams, die ihre Ideen in einem kurzen Pitch einer Jury präsentieren durften.
Der Transferpreis zeichnet Projekte aus, die Forschungsergebnisse erfolgreich in die Praxis bringen. Genau dort setzt auch unser Ansatz an. Mit unserem Workshop-Format unterstützen wir kleine und mittlere Unternehmen dabei, das Potenzial von Open Source Hardware für ihre eigene Innovationsarbeit zu entdecken und nutzbar zu machen. Ziel ist es, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und gemeinsam mit Unternehmen konkrete Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Im Workshop kommen verschiedene Methoden zusammen: Kreativitätstechniken zur Ideenfindung, strukturierte Analyseinstrumente und ein eigens entwickeltes Planspiel. In mehreren Terminen entstehen so Schritt für Schritt konkrete Open-Source-Hardware-Use-Cases, die sich an den realen Herausforderungen der Unternehmen orientieren.
Unser Workshop ist aber nicht allein für die Vermittlung von Open Source Hardware nützlich, sondern kann für jedes komplexe Forschungsthema angewandt werden. Wir haben damit ein universelles
Transfer-instrument entwickelt: für alle, die ihre Forschung mit einfachen Mitteln anwendernah transportieren wollen.
Schon die Vorbereitung auf den Pitch war für unser Team ein spannender Prozess. In wenigen Minuten zu erklären, wie aus komplexer Forschung ein praktisches Workshop-Format wird, ist gar nicht so einfach. Dieser Prozess hat uns sehr geholfen, die zentralen Elemente unseres Projekts noch einmal klarer herauszuarbeiten.
Mindestens genauso wertvoll wie die Arbeit am Pitch war der Austausch rund um die Veranstaltung.
Die vorgestellten Projekte zeigten wie vielfältig Wissenstransfer aus Hochschulen aussehen kann.
In Gesprächen mit anderen Teilnehmenden, Jurymitgliedern und Gästen entstanden Diskussionen und auch erste Ideen für mögliche zukünftige Kooperationen.
Auch wenn wir am Ende nicht zu den Preisträgern gehörten, war die Teilnahme am Transferpreis weit mehr als ein Wettbewerb für uns: Er war eine Gelegenheit, OSHOP sichtbar zu machen, Feedback zu erhalten und neue Perspektiven kennenzulernen. Wir freuen uns darauf, die entstandenen Kontakte und Ideen weiterzuverfolgen.
